Bahai Gemeinde Karlsruhe


Einführung

 

Unsere Welt befindet sich auf der Schwelle zu einem neuen Zeitalter, einer Epoche des Umbruchs und des Durchbruchs in einem Ausmaß, wie es die Menschheitsgeschichte noch nicht verzeichnet hat. Bis in die Grundfesten ist das Menschengeschlecht erschüttert, angesichts der großen äußeren und inneren Nöte der Menschen, ihrer Bangigkeit und Lebensangst.

Vor diesem dunklen Hintergrund scheint immer heller das Licht einer neuen Religion hervor, die große Vision einer geeinten Menschheit als einem Volk und der Erde als einem Land. Baha'u'llah, der Stifter der Bahá'í-Religion, wird von den Bahá'í als der aktuellste in einer Reihe von Gottesboten angesehen, die seit Anbeginn der Zeiten auf der Erde erscheinen. Als göttlicher Arzt legt Er "Seinen Finger an den Puls der Menschheit. Er erkennt die Krankheit und verschreibt in Seiner unfehlbaren Weisheit das Heilmittel. Jede Zeit hat ihr eigenes Problem, jede Seele ihre besondere Sehnsucht. ..." Die Bahá'i-Religion bestätigt den geistigen Kern der bisherigen Hochreligionen. Sie erweitert ihn aber um diejenigen Elemente, die als neue Impulse unentbehrlich sind für die Entwicklung einer friedlichen Gemeinschaft der Einheit, die den Reiz und die Schönheit in der Vielfalt ihrer Bewohner sieht.

Die Schriften Bahá'u'lláhs haben dabei für die Bahá'i die gleiche Bedeutung wie die Bibel für die Christen oder der Koran für die Moslems: Sie vermitteln das Wort Gottes.

Die Bahá'i-Religion geht zurück auf das Jahr 1844, als der Vorläufer Bahá'u'lláhs, der Báb ("das Tor", 1819-1850), in Persien Seine Sendung erklärte. Er rief die Menschen auf ihr Herz Gott zuzuwenden, es zu läutern und Ihn anzuerkennen, den Gott bald offenbaren wird. Tausende von Menschen entflammten in ihrer Sehnsucht und folgten Seinen Spuren. Nur sechs Jahre währte die Offenbarungszeit des Báb, dann wurde Er grausam hingerichtet. Er erlitt die gleiche Ablehung der religiösen Führer, wie alle Gottesoffenbarer vor Ihm. Doch so stark war die Wirkung der Botschaft auf die Herzen Seiner Anhänger, dass mehr als 20.000 Báb'í lieber zu Märtyrern wurden, als ihrem Glauben abzuschwören. Bahá'u'lláh selbst (1817-1892) verkündete 1863 in Bagdad, der Gottesoffenbarer für unsere Zeit zu sein. Damit begründete Er die Bahá'i-Religion. Bis zu Seinem Hinscheiden im Jahre 1892 wirkte Er für den Glauben, die meiste Zeit in Gefangenschaft und Verbannung.

Grausame Verfolgungen durch die politische und geistliche Führung hatten zum Ziel die aufblühende neue Religion völlig zu zerstören, doch hat dies den Glauben der Anhänger nur noch mehr gestärkt. Die Verfolgungen flammten in der Folgezeit immer wieder auf, massiv in der Islamischen Republik Iran. Die jüngsten Entwicklungen im Iran lassen befürchten, dass die Verfolgungen und Benachteiligungen der Bahá'í noch längst nicht zu ihrem Ende gekommen sind. Als erstes und bisher einziges Staatsoberhaupt der Erde erhob Bundeskanzlerin Angela Merkel im Februar 2009 ihre Stimme und äußerte ihre Sorge über die grundlos inhaftierten Angehörigen der Bahá'í-Religion im Iran.

Bild von Abdul-Baha

Bahá'u'lláhs Sohn 'Abdu'l-Bahá ("Diener Gottes", 1844- 1921), war zu Lebzeiten seines Vaters dessen rechte Hand.

Danach wurde er zum legitimierten Ausleger der Schriften und zum Vorbild für das Leben jedes Bahá'i. Durch seine Reisen 1911 bis 1913 machte er die Bahá'i-Religion im Westen bekannt. Er kam dabei auch nach Deutschland.

 
Bild von Shogi Effendi Von 1921 bis 1957 leitete Shoghi Effendi, die Geschicke des Glaubens, der sich in dieser Zeit über viele Länder verbreitete. Er wurde von Seinem Großvater 'Abdu'l-Bahá in Dessen Testament als "Hüter des Glaubens" eingesetzt.  

 

Seit 1963 steht das "Universale Haus der Gerechtigkeit" an der Spitze der Bahá'í-Weltgemeinde. Dieses Gremium aus neun gewählten Personen hat seinen Sitz in Haifa.


Einige wichtige Glaubensgrundsätze und Ziele:

  • Einheit der Menschheit - alle Völker und Nationen gehören einer Familie an.
  • Aufbau eines dauerhaften Weltfriedens
  • Gleichberechtigung von Mann und Frau
  • Übereinstimmung von Religion und Wissenschaft
  • Eigenverantwortung für die Wahrheitssuche - es gibt keinen Klerus
  • Ablegung jeglicher Vorurteile
  • Anerkennung des Menschen als geistiges Wesen - Glaube an ein Leben nach dem Tod
  • Religion als täglich gelebte innere Haltung - Ausrichtung des Lebens an geistigen und moralischen Werten
  • Religion soll sich vor allem in Taten äußern.
  • Für positive Veränderungen in der Welt ist es wichtig einen geistigen Weg mit praktischen Schritten zu gehen.
  • Die Bahá'í-Gemeinschaft soll ein Modell für eine geeinte Menschheit werden.
  • Prinzip der Einheit der Weltreligionen: Gott sendet von Zeit zu Zeit Propheten, die im Wesenskern gleiche Glaubensgrundsätze verkünden, aber entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen der Zeit und dem Fassungsvermögen der Menschen.

 

     
 

Zitat:

»Wir beabsichtigen mit der Offenbarung dieser überzeugenden, schwerwiegenden Äußerungen, dem Sucher tief einzuprägen, dass er alles außer Gott als vergänglich ansehen und alles außer Ihm, dem Ziel aller Anbetung, für äußerst nichtig achten sollte.«

Bahá'u'lláh, Ährenlese